Mobylette-Geschichte

 

Mobylette

 

Unter dem Namen Mobylette (fälschlich Mobilette) wurde zwischen 1949 und 1984 vom französischen Zweiradhersteller Motobécane eine ganze Reihe von Mofas und Mopeds hergestellt, die über einen charakteristischen Antrieb über Riemen und Ketten verfügen. Der Rahmen wurde aus zwei geprägten Blechhälften zusammengeschweißt, wodurch der Hohlraum des Tanks entstand.

 

 

Antriebskonzept

Von der in Fahrtrichtung linken Seite der Motorkurbelwelle geht die Kraftübertragung zunächst über eine zentrifugal wirkende Fliehkraftkupplung auf eine Mitnehmertrommel, die mit einer Riemenscheibe verbunden ist. Von dieser kleinen Riemenscheibe überträgt ein Keilriemen die Kraft auf eine deutlich erkennbare große Riemenscheibe, die wiederum mit einem entkoppelbaren Ritzel auf der Welle der Pedale mitläuft. Vom Ritzel verläuft eine Kette zum Kettenrad des Hinterrads. Auf der rechten Seite verläuft ebenfalls eine Kette vom Kettenrad der Pedale zur Freilaufnabe des Hinterrads.

Um den Motor zu starten, wird in die Pedale getreten. Über die beschriebenen Antriebseinheiten spricht die Fliehkraftkupplung an, und die Motorkurbelwelle wird in Bewegung versetzt. Diese bei schlechtem Wartungszustand des Fahrzeugs oft schweißtreibende Tätigkeit hat zu zahlreichen Besitzerwechseln der inzwischen betagten Mofas geführt.

Im Falle einer Panne kann das Ritzel von der großen Riemenscheibe über einen Drehhebel mechanisch getrennt werden und es ist möglich, die Mobylette ohne den Widerstand der Fliehkraftkupplung über die Pedale zu bewegen.

Mobylette-Modelle mit Moby-Matic verfügen zusätzlich über einen Drehmomentwandler, der den Antriebsdurchmesser der kleinen Riemenscheibe über eine axial wirkende Fliehkraftregelung vergrößert und somit das Untersetzungsverhältnis des Riemens von 1:18,7 bis 1:11,8 variiert. Die Kraft zur Rückstellung in das größere Untersetzungsverhältnis geht von der Riemenspannung aus. Diese wird erzeugt, indem der Motor am Zylinderkopf in Längsrichtung schwenkbar aufgehängt ist und mittels einer Feder nach vorne gedrückt wird.

 

 

 

Motobécane

 

war ein französischer Zweirad- und Motorenhersteller, der von 1923 bis 1984 existierte. Motobécane bedeutet übersetzt „Motordrahtesel“.

 

Einzelteile von Motobécane sind mit einem breiten M gestempelt, dessen Mittelstriche bis zur Grundlinie reichen. Manchmal trägt dieses M eine dreizackige Krone. So können viele Einzelteile zumindest dem Hersteller zugeordnet werden. Andere Teile stammen von Zulieferern, wie z. B. die meisten Vergaser der motorisierten Fahrzeuge von Gurtner. Besonders rar sind, wie bei vielen Oldtimern, Teile aus Kautschuk und Elastomeren, da diese verhärten und rissig werden.

Wie viele andere französische Fahrzeughersteller gibt auch Motobécane in seinen Werkstattbüchern zahlreiche Spezialwerkzeuge an. Viele davon sind zwar komfortabel, aber nicht zwingend notwendig, wenn man ein wenig Geschick mit Standardwerkzeugen mitbringt.

Einige Mofas von Motobécane waren für höhere Leistung ausgelegt, erhielten aber in Deutschland nur eine Betriebserlaubnis bis 25 km/h, um als Mofas zu gelten und ab 15 Jahren gefahren werden zu dürfen (Beispiel: Typ N 150). Diese Fahrzeuge wurden für den deutschen Markt gedrosselt ausgeliefert, was der Lebensdauer der Motoren zugutekam, wenn diese nicht willkürlich frisiert wurden.